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TGV Mittelmeer

Allgemeine Informationen

Andere Namen: Hochgeschwindigkeitsstrecke Mittelmeer
Bauwerksnummer: Ligne nouvelle 5 (LN 5)
Baubeginn: 1995
Fertigstellung: 7. Juni 2001
Status: in Nutzung

Bauweise / Bautyp

Funktion / Nutzung: Schnellbahnstrecke

Lage / Ort

km Name
531.000
589.200
590.300
609.300
622.400
646.600
650.600
653.800
669.000
673.993
688.200
Koordinaten auf einer Karte anzeigen

Technische Daten

Abmessungen

Gesamtlänge 250 km
Anzahl neuer Bahnhöfe 3
Anzahl der Ingenieurbauwerke 483
Länge der Viadukte 17 155 m
Länge unterirdisch 12 768 m

Massen

Schotter 2 400 000 t
Anzahl der Schwellen 850 000

Lastannahmen

Entwurfsgeschwindigkeit 300 km/h

Kosten

Baukosten Französischer Franc 24 200 000 000

Chronologie

Januar 1989

Beginn der Studien für die französische Regierung.

Januar 1991

Das Verkehrsministerium entschließt sich für die Streckenführung und leitet erste Untersuchungen für den öffentlichen Nutzen des Projektes ein.

23. September 1993

Ein interministerielles Komitee bestätigt den Bau der Neubaustrecke.

31. Mai 1994

Dekret zum öffentlichen Nutzen des Projekts.

Mai 1999

Bau der ersten Gleisabschnitte.

10. Juni 2001

Aufnahme des Normalverkehrs.

Bemerkungen

Weiterführung der NBS Paris-Südost und der NBS Rhône südlich von Lyon.

Auszug aus der Wikipedia

Die LGV Méditerranée, kurz für Ligne à grande vitesse Méditerranée, ist eine Schnellfahrstrecke in Frankreich. Sie wurde am 7. Juni 2001 eröffnet, ist 251,4 km lang und verbindet die Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur und Auvergne-Rhône-Alpes. Die Baukosten betrugen 3,8 Milliarden Euro. Über die LGV Rhône-Alpes und die LGV Sud-Est verbindet sie Marseille mit Paris. Die schnellsten TGV-Züge bewältigen die Distanz von 751,4 km zwischen den beiden Metropolen nonstop in 3 Stunden und 5 Minuten. Dies entspricht einer Reisegeschwindigkeit von 243,7 km/h (Stand März 2017). Sie haben auf dieser Relation zwei Drittel des bisherigen Flugverkehrs verdrängt.

Als östliche Fortsetzung der LGV Méditerranée wird die LGV Provence-Alpes-Côte d'Azur geplant, während westlich von Nîmes die LGV Languedoc-Roussillon als Verknüpfung zur LGV Perpignan–Figueres entstehen soll.

Verlauf

Es werden vier Départements durchquert; von Nord nach Süd sind dies Drôme, Gard, Vaucluse und Bouches-du-Rhône. Die Strecke beginnt bei Saint-Marcel-lès-Valence und folgt unmittelbar auf die LGV Rhône-Alpes. Gleich anschließend überquert sie die Altbaustrecke Valence-Grenoble; der dortige Turmbahnhof Valence TGV ermöglicht einen raschen Übergang zu Zügen nach Valence, Grenoble und Romans-sur-Isère. Bei Crest befindet sich eine Ausfädelung auf die Strecke Briançon-Livron-sur-Drôme, die aber nur in Notfällen benutzt wird.

Die LGV verläuft anschließend südwestwärts und nähert sich der Rhone. Bei Montélimar trifft sie auf die Autobahn A7 und folgt dieser während rund 20 km. Nach der Überquerung des Canal de Donzère-Mondragon, eines Seitenkanals der Rhône folgt bei Pierrelatte eine weitere Ausfädelung auf die PLM-Strecke, die ebenfalls nur Notfällen dient. Bei Mornas wird die Rhône zweimal kurz hintereinander überquert, nördlich von Roquemaure ein drittes Mal.

Bei Les Angles verzweigt sich die Strecke in einen südwestlichen und einen südöstlichen Ast, wobei letztere ebenfalls miteinander verbunden sind („Triangle des Angles“). Der südwestliche Ast gilt im Allgemeinen als erster Abschnitt einer zukünftigen LGV Languedoc-Roussillon; er ist 21 km lang und trifft bei Manduel auf die bereits bestehende Strecke Tarascon-Nîmes. Ursprünglich hätte der Abzweig bis nach Lattes in der Nähe von Montpellier führen sollen; dieses Teilstück wurde aber im September 1995 aus Kostengründen vorerst zurückgestellt. Die Bauarbeiten an der Verlängerung nach Montpellier haben Ende 2013 begonnen, die Inbetriebnahme soll Ende 2017 stattfinden.

Der südöstliche Ast überquert die Rhône. Die Verbindungskurve von Montpellier nach Avignon überquert an gleicher Stelle die Rhône – die Viadukte beider Strecken verlaufen parallel. Danach wird der neue Bahnhof Avignon TGV erreicht. Die Strecke folgt danach dem Fluss Durance und überquert diesen zwischen Cavaillon und Orgon. Die Strecke bedient den Bahnhof Aix-en-Provence TGV, durchquert den 7.834 m langen Tunnel de Marseille und erreicht in den nördlichen Stadtteilen von Marseille die klassische Strecke.

Im Stadtgebiet von Marseille liegen auf einem 7,7 km langen Abschnitt drei Haltepunkte für den Regionalverkehr an den Streckengleisen.

Die Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h wird in Kurvenradien ab 4.000 m erreicht. Der Abzweig „Les Angles“ gen Nîmes/Montpellier ist mit 220 km/h befahrbar.

Ingenieurbauwerke

Aufgrund seiner Streckenführung in voralpinem Gelände besitzt die LGV Méditerranée eine hohe Anzahl von Kunstbauten. Einige stechen aufgrund ihrer Größe oder ihrer Bauweise hervor. Die wichtigsten Kunstbauten von Nord nach Süd sind:

  • Tunnel de la Galaure (2686 m)
  • Tunnel de Tartaiguille (2340 m)
  • Grenette-Viadukt (947 m)
  • Mornas-Viadukt (887 m)
  • Mondragon-Viadukt (637 m)
  • Roquemaure-Viadukt (680 m)
  • Doppelviadukt von Les Angles bei Avignon (1573 m)
  • Cavaillon-Viadukt (1500 m)
  • Viadukt Cheval Blanc (994 m)
  • Orgon-Viadukt (942 m)
  • Vernègues-Viadukt (1210 m)
  • Ventabren-Viadukt (1730 m); dieses Viadukt beginnt im Süden nach der Querung des Canal de Marseille und verläuft über die Autobahn A8 und die Departement-Straße D10; die Baustelle diente als Kulisse für den Film Taxi
  • Tunnel de Marseille (7834 m); der längste vollständig in Frankreich gelegene Tunnel

Insgesamt 17.155 m der Strecke liegen im Tunnel.

Bahnhöfe

An der LGV Méditerranée befinden sich drei Bahnhöfe:

  • Valence TGV; 9 km nordöstlich von Valence und 8 km südwestlich von Romans-sur-Isère bei Saint-Marcel-lès-Valence
  • Avignon TGV; 3 km südlich des Stadtzentrums von Avignon
  • Aix-en-Provence TGV; 15 km südwestlich von Aix-en-Provence und 8 km östlich von Vitrolles

Geschichte

Inbetriebnahme

Am 3. Oktober 2000 begannen Versuchsfahrten mit dem TGV-Réseau-Triebzug 531, der für die Fahrten mit Messausrüstung ausgerüstet wurde. Um die notwendigen Abnahmegeschwindigkeiten zu erreichen, wurde die Software der Antriebssteuerung modifiziert, um die Leistung je Fahrmotor von 1100 auf 1400 kW zu steigern. Die Strecke wurde durch die AEF abgenommen. Dazu wurden die Gleise schrittweise mit Geschwindigkeiten von 100, 220, 260, 300 und 350 km/h befahren. Bei der abschließenden Abnahmefahrt, am 20. April 2001, wurden 330 km/h unter Anwesenheit von Vertretern von SNCF und RFF erreicht.

Bei einer Demonstrationsfahrt für geladene Gäste (darunter SNCF-Präsident Louis Gallois und RFF-Generaldirektor Francois Bernard) fuhr ein TGV Réseau (Einheit 531) von Aix-en-Provence TGV nach Valence TGV mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 350 km/h.

Am 26. Mai 2001 führte der als Opération Sardine bezeichnete Langstreckenweltrekord über die Strecke. Südlich von Valence wurde dabei mit 366,6 km/h die Höchstgeschwindigkeit der Rekordfahrt erreicht.

Am 7. Juni 2001 wurde die Strecke durch Präsident Jacques Chirac offiziell eröffnet.

Am 10. Juni 2001 wurde der Betrieb auf der bis dahin anspruchsvollsten und teuersten französischen Hochgeschwindigkeitsstrecke aufgenommen. Die Reisezeiten zwischen Lyon und Marseille gingen damit von 160 auf 100 Minuten zurück, zwischen Paris und Marseille (751 km) von 260 auf 180 Minuten sowie zwischen Marseille und Genf von 270 auf 210 Minuten. Neben der LGV Méditerranée ging dabei auch ein 22 km langer Schnellfahrstreckenabschnitt vom Abzweig Les Angles (westlich von Avignon) in den Raum Nîmes in Betrieb. Mit der Inbetriebnahme der Strecke stieg die Gesamtlänge des französischen Hochgeschwindigkeitsnetzes auf 1520 Kilometer an. Durch die Strecke verkürzte sich unter anderem die Reisezeit zwischen London und Marseille auf sieben Stunden.

Die Inbetriebnahme war von verschiedenen Infrastrukturproblemen geprägt. Unter anderem fiel das Streckenkontrollzentrum in Marseille aus.

Betrieb

Im zweiten Betriebsjahr blieben die Fahrgastzahlen auf der Strecke hinter den Prognosen zurück. Statt erwarteter 20 Millionen Fahrgäste wurden nur 18,5 Millionen Reisende gezählt.

Technik

Der Oberbau der Strecke besteht aus UIC-60-Schienen, die auf rund 850.000 Betonschwellen und rund 2,4 Millionen Tonnen Schotter liegen. Die längsten der 126 Weichen weisen eine Länge von 211 m (Zungen: 41 m) auf und können in abzweigender Stellung mit 230 km/h befahren werden.

Im Zuge von Messfahrten wurde 2001 auch der Einfluss des Seitenwindes im Rhonetal untersucht, der auf den bis zu 53 m hohen Kunstbauten bis zu 200 km/h erreichen kann. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit zu reduzieren; ab 190 km/h Windgeschwindigkeit wird die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h herabgesetzt.

Text übernommen vom Wikipedia-Artikel "LGV Méditerranée" und überarbeitet am 22. Juli 2019 unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0.

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Relevante Webseiten

Relevante Literatur

Weitere Veröffentlichungen...
  • Über diese
    Datenseite
  • Structure-ID
    10000002
  • Veröffentlicht am:
    18.05.1999
  • Geändert am:
    28.04.2020