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Allgemeine Informationen

Name in Landessprache: Viaduc de Garabit
Baubeginn: 1881
Fertigstellung: 17. September 1884
Status: in Nutzung

Bauweise / Bautyp

Preise und Auszeichnungen

1965 inscription  

Lage / Ort

Lage: , , ,
, , ,
Überquert:
  • Truyère
Teil von:
Neben: Garabit-Brücke
In der Nähe von: Truyèrebrücke Garabit (1993)
Koordinaten: 44° 58' 32.00" N    3° 10' 38.00" E
Koordinaten auf einer Karte anzeigen

Technische Daten

Abmessungen

größte Stützweite 165 m
Pfeilhöhe 52 m
Höhe 122 m
Gesamtlänge 564.69 m
Gewicht 3 249 t
Pfeilerhöhe max. 80 m
nördliche Rampenbrücke Gesamtlänge 45.91 m
südliche Rampenbrücke Länge 70.09 m
Hauptbrücke
Länge 447.82 m

Massen

Mauerwerksvolumen 18 647 m³
Gewicht der Metallkonstruktion 3 326.414 t

Baustoffe

Pfeiler Schmiedeeisen
Bogen Schmiedeeisen
Fachwerkträger Schmiedeeisen

Chronologie

26. April 1884

Bogenschluss.

9. August 1888
— 13. August 1888

Probebelastung.

Auszug aus der Wikipedia

Der Garabit-Viadukt (französisch Viaduc de Garabit) ist eine stählerne Eisenbahnbrücke, die das Flusstal der aufgestauten Truyère in Frankreich überspannt. Erbaut wurde der Viadukt von Gustave Eiffel gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die konstruktive Durchbildung und die statische Berechnung stammen von Maurice Koechlin und Émile Nouguier.

Geschichte

1880 begannen die Bauarbeiten. Im April 1884 war der Bogen geschlossen. Der Viadukt war für 25 Jahre die höchste Eisenbahnbrücke der Welt und zählt zu den bedeutendsten Brücken des 19. Jahrhunderts. Der Garabit-Viadukt wurde schon kurz nach seiner Vollendung ein beliebtes Ausflugsziel. Viele Franzosen reisten am Wochenende nach Saint-Flour, um dieses Wunderwerk der Technik zu bestaunen.

Chronologie

  • November–Dezember 1878: Léon Boyer führt Vermessungen durch, um den Verlauf der Bahnlinie festzulegen.
  • 25. März 1879: Erste Pläne werden von Léon Boyer der Verwaltung übergeben.
  • 14. Juni 1879: Das Department genehmigt das Projekt.
  • Januar 1880: Arbeitsbeginn.
  • 16. August 1880: Gustave Eiffel stellt das endgültige Projekt vor.
  • Juni 1884: Ende des Vorschubs des Brückentrogs.
  • 9. Mai 1887: Eröffnung von Teilen der Linie Marvejols – Saint-Chély-d'Apcher .
  • 10. April 1888: Erster Belastungstest des Viadukts mit einem 400-Tonnen-Zug.
  • 27. Mai 1888: Eröffnung des Streckenabschnittes Saint-Chély-d'Apcher – Saint-Flour .
  • 10. November 1888: Vollständige Öffnung der Bahnlinie.
  • 1932: Elektrifizierung (1500 Volt) der Béziers-Linie ab Neussargues durch die Compagnie du Midi.
  • 1992: Der Viadukt wird von 1992 bis 1998 in „rotem Gauguin“ neu lackiert.
  • 11. September 2009: Die Entdeckung eines Risses führt zur vorübergehenden Schließung des Viadukts.
  • 11. Oktober 2009: Wiedereröffnung mit einer Höchstgeschwindigkeit der Züge auf dem gesamten Viadukt von 10 km/h.
  • 14. Juni 2011: Schließung des Teils der Strecke zwischen Neussargues und Saint-Chély-d'Apcher für fünf Monate für größere Bauarbeiten am Viadukt.

Anlass für den Bau

Die Brücke war Teil der damals wichtigen und schnellen Bahnverbindung von Paris über Clermont-Ferrand und Millau nach Béziers. Die Bahnstrecke verlief ab Clermont-Ferrand durch die Ausläufer des französischen Zentralmassivs. Die Gegend um das Städtchen Saint-Flour (Département Cantal in der Auvergne) ist geprägt von tiefen Schluchten. Zur Überwindung der Truyère-Schlucht war ein aufwändiges Brückenbauwerk nötig.

Die Bewohner der Umgebung lebten im 19. Jahrhundert überwiegend von Landwirtschaft, insbesondere Rinderzucht. Es war schwierig, die Produkte der Gegend abzusetzen. Die Tiere mussten durch das unwegsame Gelände gefahrvoll zu den Handelsplätzen getrieben werden. Vom Treck der Rinder, der für das Überleben der Menschen der damaligen Zeit lebensnotwendig war, stammt auch der Name Garabit für die Gegend. Er ist eine Abwandlung der mundartlich ausgesprochenen Worte „Garde Boeuf“. Mit dem Bau der Bahnstrecke verbesserte sich ihre Situation, denn sie erhielten Anschluss an die großen Märkte. Mit dem Bauwerk hielt der Fortschritt Einzug in die unwirtliche Region.

Bau der Brücke

Gustave Eiffel hatte zuvor bereits ein halbes Dutzend Brücken an verschiedenen Orten im Zentralmassiv gebaut. Sein bis dahin größtes Brückenbauwerk war in Portugal der Maria-Pia-Viadukt in Porto. Nach dem Vorbild dieser Brücke entwarf der 29-jährige Leon Boyer, Ingenieur aus Marvejols, nun den Viadukt von Garabit.

Ausgeführt wurde das Projekt von der Brückenbauanstalt Eiffel & Compagnie aus Paris. Sowohl in Fachkreisen als auch in der breiten Öffentlichkeit erregte das Projekt größtes Interesse. Im Juni 1883 begann die Montage des Bogens, der im abgespannten Freivorbau errichtet wurde. Die Fachwerkträger der Überbauten (Brückentrog) wurden von beiden Widerlagern aus eingeschoben.

Nach vier Jahren Bauzeit war die Brücke 1884 fertiggestellt. Bis zu 500 Arbeiter waren auf der Baustelle tätig; einer von ihnen stürzte tödlich ab.

Der kreative Umgang mit dem Werkstoff Eisen brachte dem Konstrukteur und Unternehmer Gustave Eiffel neuen Ruhm ein. Man nannte ihn den „Eisenzauberer“. Der Erfolg beim Bau seiner Brücken trug mit dazu bei, dass er den Auftrag zur Errichtung des nach ihm benannten Eiffelturmes zur Weltausstellung in Paris erhielt.

Technische Details

Das Bauwerk überspannt mit einer Länge von fast 565 Meter in 122 Metern Höhe zwischen Talsohle und Bogenscheitel das Tal der Truyère. Die Spannweite des Bogens beträgt 165 Meter. Der Bogen selbst ist einfach statisch unbestimmt gelagert. Damit unterscheidet sich der zweigelenkige Bogen von der optisch ansonsten sehr ähnlichen Müngstener Brücke, deren gelenkloser Bogen bei fast gleichen Abmessungen dreifach statisch unbestimmt gelagert ist.

3169 Tonnen hochwertigen Schmiedeeisens, 41 Tonnen Stahl und 23 Tonnen Gusseisen wurden mit 678.768 Nieten verbaut. Das Gewicht der einzelnen Bauteile betrug transport- und baustellengerecht maximal 145 kg. Die Bogenfundamente und gemauerte Viaduktteile umfassen 20.409 Kubikmeter Mauerwerk. Der Anstrich deckt 51.000 m².

Im Jahre 1909, 25 Jahre nach Fertigstellung, wurde der Garabit-Viadukt in seiner Höhe übertroffen vom Viaduc des Fades bei Clermont-Ferrand.

Die Höchstgeschwindigkeit auf dem Viadukt betrug zunächst 50 km/h, wurde auf 40 km/h herabgesetzt und beträgt nach der Reparatur von Schäden nunmehr 10 km/h.

Trivia

Seit 21. Juni 1904 fuhren Züge, die Louis Bonnet (Herausgeber der Zeitung L'Auvergnat de Paris) für die landsüchtigen Pariser für Fahrten in die Auvergne organisierte. Sie waren auch von großer Bedeutung für die Auvergnaten, die in Paris lebten. Die Züge verkehrten bis 1939.

Von 1915 bis 1939 war Herr Valladier der Wärter des Viadukts. Er bestieg und inspizierte alle Teile des Viadukts regelmäßig – ohne Sicherungseinrichtungen.

Heutige Bedeutung

Güterzug auf der Brücke, gezogen von zwei Diesellokomotiven der SNCF-Baureihe BB 67400 Blaue Stunde Brückentrog mit Oberleitung

Die Einwohner der umliegenden Ortschaften sind immer noch sehr stolz auf ihr einst so bedeutendes Bauwerk. Aufgrund der hohen Materialqualität und der für die damalige Zeit bahnbrechenden Konstruktion ist die Brücke – nach Reparaturen – in einem guten Zustand. Mit seiner schlanken, eleganten Form wirkt der Viadukt ausgesprochen filigran und fügt sich trotz der Massivität des Baumaterials erstaunlich harmonisch in die schroffe Felslandschaft ein.

Garabit entwickelte sich schon frühzeitig zum Ausflugsziel für Touristen und ist dies auch bis heute geblieben. Früher verkehrten täglich mehr als ein Dutzend Züge auf der Nord-Südstrecke. Die eingleisige, elektrifizierte SNCF-Ligne des Causses verbindet Clermont-Ferrand über Millau mit Béziers.

Die ursprünglich graue Farbe wurde Ende der 1990er Jahre durch einen Anstrich im „rotem Gauguin“ ersetzt, der die Eleganz des Bauwerkes unterstreicht. Nachts wird der Viadukt illuminiert.

1992 wurde die Nordsüd-Autobahn A 75 „La Meridienne“ fertiggestellt. Sie verläuft ca. 600 m ostwärts parallel zum Viadukt. Vom dortigen Rastplatz bietet sich ein Blick über das Tal der Truyère auf das gesamte Viadukt. Die Autobahnbrücke südostwärts des Viadukts ist 311 Meter lang und ein modernes, zweckmäßiges Bauwerk aus Spannbeton, über das der Fernverkehr parallel zur D 909 an Garabit vorbeigeführt wird.

2007: Ab Anfang März war die Strecke zwischen Neussargues und Saint-Chély-d’Apcher wegen Baufälligkeit gesperrt und es verkehrte Schienenersatzverkehr, so dass eine Überfahrt nicht möglich war. Nach Beendigung der Ausbesserungsarbeiten wurde der Verkehr am 18. Juli 2007 wieder aufgenommen.

2014: Täglich befährt im Personenverkehr nur noch ein Zugpaar die Strecke. (Die parallel zur Bahnstrecke verkehrenden Busse der SNCF brauchen zwischen Saint-Flour und Saint-Chély-d’Apcher nur 28 Minuten gegenüber 38 Minuten Zugfahrzeit.) Güterverkehr zur Versorgung des Stahlwerks in Saint-Chély findet mehrmals wöchentlich statt.

Text übernommen vom Wikipedia-Artikel "Garabit-Viadukt" und überarbeitet am 22. Juli 2019 unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0.

Relevante Webseiten

Relevante Literatur

Weitere Veröffentlichungen...
  • Über diese
    Datenseite
  • Structure-ID
    20000027
  • Veröffentlicht am:
    28.10.1998
  • Geändert am:
    05.02.2016