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Mautstation Lucca

Allgemeine Informationen

Baubeginn: 2000
Fertigstellung: 2002
Status: in Nutzung

Bauweise / Bautyp

Konstruktion: Bogengestütztes Dachtragwerk
Funktion / Nutzung: Mautstelle
Baustoff: Stahlbauwerk / -konstruktion

Lage / Ort

Lage: , , ,
Adresse: A11/A12
Teil von:
Koordinaten: 43° 50' 15.69" N    10° 28' 11.15" E
Koordinaten auf einer Karte anzeigen

Technische Daten

Abmessungen

Breite 34 m
überdachte Fläche 1 635 m²
Länge 105 m

Kosten

Baukosten Euro 1 710 000

Baustoffe

Fassade Kupfer
Bögen Stahlröhren

Produkte, Services & Berichte

TECU® Oxid sind beidseitig voroxidiert TECU® Bänder. Bei TECU® Oxid wird so die blanke Phase der Oberfläche überbrückt, um gleich bei der Verlegung ...

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Chronologie

September 2000

Baubeginn.

Juli 2002

Fertigstellung.

Bemerkungen

Die neue Mautstation im Bereich der Autobahnanschlussstelle Lucca, realisiert vom Büro Ettore Piras in Genua, gilt in Italien als erstes Objekt einer neuen Generation dieser Einrichtung. Charakteristische Details und Gestaltungsmerkmale sind das komplett aus Stahl gefertigte Gerüst, die geschlossene Fußgängerbrücke hoch oberhalb der Fahrzeugpassagen und die ausgedehnte, vollständig mit bereits braun vor-oxidiertem Kupfer bekleidete Überdachung.

Die italienischen Autobahnmautstationen sind technisch ausgereifte Serviceeinheiten mit hoher Funktionalität. Wie sie in funktionaler Hinsicht noch weiter optimiert und vor allem ästhetisch perfektioniert werden können, zeigt das Architekturbüro Ettore Piras, Genua, am Beispiel der neuen Mautstation Lucca.

Den eiligen Anreisenden, der die Toskana auf der Autobahn Viareggio - Lucca - Florenz durchfährt, macht das perfekt in die hügelige Umgebung von Lucca integrierte Dach der Station schon von weitem auf den bevorstehenden kurzen "Boxenstopp" aufmerksam. Die geschwungene Form und die braun vor-oxidierte Kupferoberfläche der Dachhaut nehmen deutlichen Bezug auf die Landschaft. Die 1.635 m² große Dachfläche ruht auf einem Gerüst von sechs aus Stahlrohr gefertigten, längs zur Fahrtrichtung positionierten Bögen mit Last tragenden Querverstrebungen, an denen unterhalb der Bogenscheitelpunkte eine röhrenförmige, ebenso wie das Dach mit braun oxidierten Kupferbändern der Marke TECU®-Oxid bekleidete Fußgängerbrücke hängend befestigt ist. Zugunsten einer insgesamt harmonischen Farbwirkung ist das komplette stählerne Tragwerk in Sienabraun gestrichen; in Kombination mit dem natürlichen Farbton der Kupferhaut wurde so eine Widerspiegelung der in der Umgebung vorherrschenden Farben geschaffen. Elf Fahrspuren führen auf einer Länge von 34 Metern unter dieser Konstruktion hindurch und leiten den Autofahrer an den Mautkabinen vorbei, die — auch für italienische Autobahnen ein Novum — zur Optimierung ihrer Funktion als mobile Einheiten ausgeführt sind. So kann jede Spur individuell je nach Verkehrsaufkommen schnell entweder als voll automatische Kartenzahlungs- oder Telepassstelle oder als Barzahlungsterminal eingerichtet werden. Zehn Spuren sind für Personen- und kleine Lastkraftwagen vorgesehen, die elfte ist Schwertransportern vorbehalten. Sechs ellipsenförmige, groß dimensionierte verglaste Aussparungen in der Dachhaut, parallel nebeneinander in Fahrtrichtung verlaufend, versorgen den Durchfahrbereich der Mautstation und vor allem die darüber hängende Fußgängerüberführung mit Tageslicht.

Bei der Frage der Dachgestaltung fiel laut Aussage der Architekten die Wahl schon bei den ersten konstruktiven Überlegungen aus zwei Gründen auf den Werkstoff Kupfer und insbesondere auf die Marke TECU®: Zum einen verlangten innovativer Anspruch und ökonomische Kriterien nach einer modernen Gestaltung und gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit bei Errichtung, Betrieb und Erhaltung. Zum anderen schien der einzigartige chromatische Effekt des Werkstoffs, die natürliche langsame Ausbildung der Patina im Lauf der Zeit, hervorragend zum Charakter der toskanischen Landschaft zu passen. Über seine ästhetischen Vorzüge hinaus konnte TECU®-Oxid die Forderung nach einer wartungsfreien Dachbekleidung bei optimaler Gewährleistung der Langlebigkeit in idealer Weise erfüllen.

Die Fußgängerbrücke erstreckt sich auf einer Länge von 105 Metern über die Durchfahrtsebene; in Gestalt einer Röhre ragt sie beidseitig unter der Dachkonstruktion hervor und läuft dort trichterförmig aus. In diesem abschließenden Abschnitt besteht die Röhrenhaut vollflächig aus Kupferbändern; im übrigen Bereich, der sich zum größten Teil unterhalb des Dachmantels befindet, ist die obere Röhrenhälfte verglast. Die trichterförmig auslaufenden Enden sind auf einer Seite neben einer angrenzenden Freitreppe, auf der anderen Seite im Bereich der in das Betriebsgebäude integrierten Erschließung aufgeständert. Der Fußgängerüberführung kommt in der Gesamtkonstruktion eine besondere Bedeutung zu, da der Mautstation damit eine neue, zusätzliche verkehrstechnische Funktion zugewiesen wird. Im Verlauf der anstehenden gewerblichen und industriellen Erschließung der direkten Umgebung soll neben der Station ein großer Parkplatz entstehen, von dem aus Besucher und Mitarbeiter der angesiedelten Unternehmen ihre Ziele zu Fuß aufsuchen können. In diesem Zusammenhang wird die Überführung in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Der Architekt Ettore Piras begann seine berufliche Karriere nach Abschluss seines Studiums an der Universität Genua im Jahr 1978. Neben beratenden Tätigkeiten im Bereich Architektur und Stadtplanung widmete sich das Büro Projekten wie dem Bau des Sant'Agostino Theaters in Genua und des "C.Sivori" Theaters in Finale Ligure. Seit 1995 wurde für das Unternehmen COALPA-SALT bereits eine Reihe von Autobahn-Serviceeinrichtungen realisiert. Für die Autobahnmautstation Lucca erhielt das Büro einen Preis im Rahmen des TECU® Architecture Awards 2002, der vom Hersteller KME alle zwei Jahre zur Prämierung besonderer architektonischer Leistungen unter Anwendung des Werkstoffs TECU® ausgelobt wird. Die Jury befand die Mautstation als ein herausragendes Beispiel für neue Wege bei der Gestaltung von meist rein zweckmäßig geplanten, sachlich-nüchtern ausgeführten Gebäudetypen. Das Bauwerk verblüffte durch die raffinierte und phantasiereiche Interpretation seiner Funktionalität; der Werkstoff Kupfer wurde konsequent und innovativ eingesetzt.

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    Datenseite
  • Structure-ID
    20009661
  • Erstellt am
    24.07.2003
  • Geändert am
    26.12.2018