• DE
  • EN
  • FR
  • Internationale Datenbank und Galerie für Ingenieurbauwerke

Anzeige

Autobahn A 43 (Deutschland)

Allgemeine Informationen

Fertigstellung: 1965
Status: in Nutzung

Bauweise / Bautyp

Funktion / Nutzung: Autobahn

Lage / Ort

km Name
32
Koordinaten auf einer Karte anzeigen

Technische Daten

Abmessungen

Gesamtlänge 93 km
Anzahl der Fahrbahnen 2 x 2

Auszug aus der Wikipedia

Die Bundesautobahn 43 (Abkürzung: BAB 43) – Kurzform: Autobahn 43 (Abkürzung: A 43) – beginnt am Kreuz Münster-Süd (bzw. Ausbaustrecke Weseler Str.) und führt über Recklinghausen bzw. Marl-Sinsen zum Kreuz Wuppertal-Nord quer durch das westliche Münsterland und das Ruhrgebiet. Sie dient dabei als Entlastungautobahn für die A 1, da der Verkehr auch über diese Tangente ins und vom Ruhrgebiet geleitet wird.

Planungsgeschichte und Bau

Abschnitt Münster – Wuppertal

In den 1960er Jahren wurde zwischen Münster, Recklinghausen, Bochum und Wuppertal die autobahnähnliche Ersatzbundesstraße (EB) 51 geplant. Mitte der 1960er Jahre befanden sich die Abschnitte Recklinghausen/Herten bis Bochum-Riemke, Bochum-Riemke bis Kreuz Bochum sowie Kreuz Münster Süd bis zur bereits in den 1950er Jahren fertiggestellten Ortsumgehung (OU) Münster in Bau. Es folgten die Inangriffnahme der Strecke vom Kreuz Bochum zum Kreuz Wuppertal-Nord und der Bau vom Kreuz Münster bis zur AS Senden.

Im Plan für den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 war der Teilabschnitt zwischen Münster und dem nördlichen Teil des Doppelanschlusses Recklinghausen/Herten weiterhin als autobahnähnliche Bundesstraße 51 enthalten, während die Teilstrecke zwischen Recklinghausen und Wuppertal den Status einer Autobahn mit der internen Bezeichnung „A 77“ erhielt. Doch bereits 1973 war die gesamte Strecke zwischen den Kreuzen Münster-Süd und Wuppertal-Nord als „Autobahn 77“ benannt.

Mit der Einführung der neuen Autobahnnummerierung ab 1. Januar 1975 wurde der gesamte Abschnitt als A 43 gewidmet, wobei zu einem späteren Zeitpunkt zwischen dem geplanten Autobahnkreuz südlich Sprockhövel und dem Kreuz Wuppertal-Nord eine Veränderung erfolgen sollte (vgl. dazu Abschnitt „Südliche Verlängerung“).

Die letzte Lücke zwischen AS Nottuln und AS Lavesum wurde 1981 geschlossen. Damit war die Autobahn zwischen Münster und Wuppertal vollständig befahrbar.

Die einzelnen Teilabschnitte wurden wie folgt fertiggestellt:

Abschnitt Jahr km
Kreuz Münster-Süd – OU Münster 1965 4,7 km
Behelfsanschluss Umgehungsstraße Recklinghausen – AS Bochum-Riemke: 1967 10,5 km
AS Bochum-Riemke – Kreuz Bochum: 1967 4,8 km
AS Witten-Heven – Kreuz Wuppertal-Nord 1970 16,4 km
Kreuz Bochum – AS Witten-Heven 1971 5,6 km
AS Senden – AK Münster-Süd 1972 4,7 km
AS Nottuln – AS Senden 1976 5,7 km
Behelfsanschluss Recklinghausen-Umgehungsstraße – Doppelanschluss Recklinghausen/Herten (nördlicher Teil): 1976 2,5 km
Doppelanschluss Recklinghausen/Herten (nördlicher Teil) – AS Marl-Nord: 1979 9,8 km
AS Marl-Nord – AS Lavesum 1980 9,1 km
AS Lavesum – AS Nottuln 1981 20,8 km

Abschnitt Münster – Gütersloh

Bereits in den 1960er Jahren wurde ein autobahnähnlicher Neubau der Bundesstraße 51 zwischen Münster/St. Mauritz und Telgte ins Auge gefasst, an dem sich zwischen Telgte, Milte nördlich Warendorf und Sassenberg eine neue zweistreifige Bundesstraße anschließen sollte. Im Plan für den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 war dann ein vierstreifiger Neubau zwischen Münster, Telgte, Sassenberg, Harsewinkel, Marienfeld und Gütersloh als B 51, B 64n und B 513 vorgesehen. Bei Gütersloh sollte die Strecke in die vierstreifige neue Bundesstraße 61 (später: A 47) einmünden.

Mitte der 1970er Jahre wurde diese Planung durch das Erste Gesetz vom 5. August 1976 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 (BGBl. 1976, Teil I, S. 2093) geändert. Der mit Wirkung ab 1. Januar 1975 als A 43 gewidmete Streckenzug sollte nunmehr bei Hiltrup südlich von Münster von der B 51-Trasse abzweigen und südlich Wolbeck, Alverskirchen, Freckenhorst, nördlich Westkirchen, Lette, Clarholz, Herzebrock an die A 47 nördlich Rheda-Wiedenbrück anschließen.

Dieser Weiterbau der A 43 wurde mit dem Zweiten Gesetz vom 25. August 1980 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 (BGBl. 1980, Teil I, S. 1614) aufgegeben und stattdessen ein zweistreifiger Neubau der B 64n auf der gleichen Trasse zwischen Münster und Rheda-Wiedenbrück in der Dringlichkeitsstufe I im Bedarfsplan eingeordnet. Das Dritte Gesetz vom 21. April 1986 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen (BGBl. 1986, Teil I, S. 557) führte zur Streichung auch dieses Vorhabens. Nunmehr war an den vierstreifigen Ausbau der B 51 OU Münster im vordringlichen Bedarf, an den vierstreifigen Ausbau der B 51 zwischen St. Mauritz und Telgte als weitere Planung und an den Neubau der B 64 westlich Warendorf – Rheda-Wiedenbrück als weitere Planung gedacht. Der Bundesverkehrswegeplan 1992 knüpfte hieran an. Doch das Vorhaben traf auf Protest vor Ort. Schließlich wurde der Bau einiger Ortsumgehungen favorisiert. Im Bundesverkehrswegeplan 2003 sind folgende Vorhaben enthalten:

  • OU Warendorf (9,0 km, vordringlicher Bedarf)
  • OU Beelen (4,1 km, weiterer Bedarf mit Planungsrecht)
  • OU Herzebrock/Clarholz (10,4 km, weiterer Bedarf mit Planungsrecht)

Aber auch hiergegen regt sich Widerstand. So hat sich eine „Interessengemeinschaft Warendorf-Süd“ gebildet, die gegen den Bau der B 64n streitet. Eine Unternehmerinitiative fordert dagegen den beschleunigten Bau einer Kraftfahrstraße zwischen Warendorf und Rheda-Wiedenbrück als Teil einer leistungsfähigen Verbindung der Oberzentren Münster und Bielefeld.

Abschnitt Sprockhövel – Leverkusen

Im Plan für den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 war südlich Sprockhövel ein Kreuz der heutigen A 43 mit der autobahnähnlich geplanten B 51 vorgesehen, die aus dem Raum Gelsenkirchen über Wattenscheid geführt werden sollte. Am Kreuz sollte eine weitere Autobahn anschließen, die mit der internen Bezeichnung „A 160“ versehen war. Es war geplant, dass die A 160 die heutige A 1 südlich der Anschlussstelle Gevelsberg kreuzt. Der weitere Verlauf war westlich Gevelsberg, östlich Schwelm zu einem Kreuz westlich Radevormwald vorgesehen. Von diesem Kreuz sollte die A 160 nach Wermelskirchen führen und an die heutige A 1 angeschlossen werden.

Mit der Neustrukturierung der Autobahnnumerierung ab 1. Januar 1975 erhielt das Neubauvorhaben der B 51 Gelsenkirchen – Sprockhövel die Bezeichnung A 41. Am Autobahnkreuz südlich Sprockhövel war nach dem Ersten Gesetz vom 5. August 1976 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 (BGBl. 1976, Teil I, S. 2093) die Weiterführung der A 43 auf der ursprünglich als „Autobahn 160“ bezeichneten Linie über Gevelsberg und Schwelm vorgesehen. Abweichend gegenüber den bisherigen Planungen sollte die A 43 ab Radevormwald (Kreuz mit der geplanten A 54) über Hückeswagen, Kreckersweg bzw. Dhünn südlich Wermelskirchen (Kreuz mit der geplanten A 1) nach Burscheid zur A 1 führen. Schließlich war beabsichtigt, die A 43 von Burscheid südlich der bestehenden Trasse der B 51 nach Leverkusen (Kreuz mit der A 1 und der A 59) zu führen, wo die A 43 in die B 8 münden sollte. Noch im Januar 1976 war bei Dhünn lediglich ein Autobahndreieck mit der A 31 geplant, an dem die A 43 enden sollte.

Dieses Vorhaben hatte jedoch nicht lange Bestand. Mit dem Zweiten Gesetz vom 25. August 1980 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 (BGBl. 1980, Teil I, S. 1614) kam das Aus für die Verbindung Sprockhövel – Leverkusen, die nahezu durchgängig parallel zur A 1 errichtet werden sollte. Der Bundesverkehrswegeplan 1980 spiegelte die veränderte Verkehrspolitik in der Bundesrepublik Deutschland wider. Diese stand nunmehr unter dem Einfluss anhaltender Bürgerproteste gegen Autobahnneubauten und finanzieller Sachzwänge. Im Straßenbaubericht 1980 der Bundesregierung heißt es, dass die Vorhaben „den veränderten Bedingungen, insbesondere dem gegenwärtigen und künftig zu erwartenden Finanzrahmen angepaßt werden“ müssen. Als Prioritäten gelten nunmehr die stärkere Berücksichtigung der umwelt- und energiepolitischen Ziele, die Intensivierung des Dialogs mit dem Bürger, die Vermeidung von Parallelplanungen, der Vorrang von Investitionen zur Substanzerhaltung und die Modernisierung des vorhandenen Netzes einschließlich der Erhöhung der Sicherheit vor reinen Neubaumaßnahmen. Auch mit dem Dritten Gesetz vom 21. April 1986 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen (BGBl. 1986, Teil I, S. 557) blieb die Strecke unberücksichtigt.

Ausbau

Zwischen Recklinghausen und Witten gilt die A 43 als besonders stauanfällig. Deshalb soll sie von der Anschlussstelle Recklinghausen bis zur Anschlussstelle Bochum-Querenburg sechsspurig ausgebaut werden. Im ersten Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Recklinghausen und dem Rhein-Herne-Kanal wurde im Oktober 2014 am Autobahnkreuz Recklinghausen mit den Arbeiten begonnen. Südlich dieses Abschnittes schließt sich der Umbau des Autobahnkreuz Herne an. Hier kommt es aufgrund der gestiegenen Verkehrsstärke oft zu Rückstauungen. Dieses Vorhaben ist sehr komplex, da über der Autobahn eine Eisenbahn-Brücke liegt und der Umbau unter rollendem Verkehr sowie ständiger Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs stattfinden soll. Daher müssen alle Planungen mit der Deutschen Bahn abgestimmt werden, weshalb ein Umbau nicht vor 2017 stattfinden soll.

Verkehrszahlen 2009

  • Münster – Ruhrgebiet: 63.000 Fahrzeuge pro Tag
  • Ruhrgebiet: 100.000 Fahrzeuge pro Tag
  • Ruhrgebiet – Wuppertal: 56.000 Fahrzeuge pro Tag

Behelfslandepiste für Militärtransporter im Konfliktfall

Der Autobahn-Behelfsflugplatz III/5 auf der A 43 wurde zwischen den Anschlussstellen Nottuln (4) und Dülmen-Nord (5) angelegt. Die Autobahn ist in diesem Bereich schnurgerade, eben und wird nicht von Hindernissen überspannt (Brücken oder Hochspannungsmasten). Sie hatte herausnehmbare Leitplanken (darunter durchbetoniert) und eine zurückgesetzte seitliche Bepflanzung. Der Abschnitt sollte als Behelfs-Landepiste für Militärtransporter dienen. Der Landeplatz ist netto 2500 m und brutto 2800 m lang.

Im Rahmen einer Fahrbahnerneuerung wurde 2002 der Notlandeplatz zurückgebaut. Die herausnehmbaren Leitplanken wurden durch einen normalen Grünstreifen ersetzt. 2011 wurden die an diesem Teilstück befindlichen Parkplätze deutlich erweitert.

Text übernommen vom Wikipedia-Artikel "Bundesautobahn 43" und überarbeitet am 22. Juli 2019 unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0.

Beteiligte

Derzeit sind keine Informationen zu beteiligten Firmen oder Personen verfügbar.

Relevante Webseiten

  • Über diese
    Datenseite
  • Structure-ID
    10000805
  • Veröffentlicht am:
    14.10.2005
  • Geändert am:
    13.04.2021