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S-Kurve im Pilgerschritt

Höchste Anforderungen meisterte der Doka-Verbundschalwagen bei einer 4-spurigen Straßenbrücke im Zuge der B 243 als Ortsumfahrung Barbis über das Flüsschen Oder im Harz.

Die 496 m lange Stahlverbundbrücke entstand mit einer massiven, 20,36 m breiten und bis zu 58 cm dicken Fahrbahnplatte in einer Längsneigung von 6 % und einer Querneigung von bis zu 5 %. Die S-förmige Trasse hat Kurvenradien von 400 und 600 m. Diese extremen Anforderungen und ein Abstand von 3,78 m bis 4,90 m zwischen den Schalwagenstühlchen bedeuten ungewöhnliche und stark wechselnde Lastverhältnisse für den eingesetzten Verbundschalwagen.

Die ersten 346 m des im Pilgerschritt hergestellten Brückenverlaufs bestehen aus einer Rechtskurve mit 400 m Radius. Danach folgt ein Übergang über eine 123 m lange Klothoide in eine etwa 27 m lange Linkskurve mit 600 m Radius und entsprechendem Querneigungswechsel. Genau dieser Abschnitt überbrückt ein ausgewiesenes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet mit einer in Deutschland einzigartigen Brückenkonstruktion aus zwei stählernen Halbbogentragwerken mit insgesamt 130 m Länge.

Unterschiedliche Distanzstücke und Unterlegbleche auf den Schalwagenstühlchen gleichen die veränderliche Querneigung des Stahlbaus aus, um die horizontale Ausrichtung des 25 m langen Verbundschalwagens sicherzustellen. Der vorgegebene Betonierablauf von 24 Betonierabschnitten mit je max. 23 m Länge erfolgt im Pilgerschritt. Der ständige Wechsel von Radius und Querneigung der aufeinander folgenden Betonierabschnitte erfordert eine entsprechende Auslegung auf die verschiedenen Lastzustände. Um den mehrfachen Umbau des Verbundschalwagens geordnet zu gestalten, weist seine Konstruktion aus weitestgehend mietbaren Systemteilen nur einen Typ Kurvensegment pro Längsträger auf. So kann jeder einzelne Umbau des Verbundschalwagens schnell und einfach realisiert werden.

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  • Product-ID
    7125
  • Veröffentlicht am:
    28.04.2014
  • Geändert am:
    03.03.2020