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Augsburger Hauptbahnhof hat nun fünf „Betondeckel“

Ende August 2019 wurde mit dem letzten und fünften „Deckelfeld“ im Empfangsgebäude des Augsburger Hauptbahnhofs ein weiterer Bauabschnitt fertiggestellt. Nun können die unterirdischen Aushubarbeiten unterm Bahnhofsvorplatz beginnen.

Nach der Umgestaltung der Augsburger Innenstadt erfahren der Hauptbahnhof und damit der Nahverkehr eine der größten Baumaßnahmen der letzten Jahrzehnte. Aktuell laufende Projekte sind der Umbau des Hauptbahnhofs, des Vorplatzes, die neue Straßenbahnlinie 5 sowie die Verlängerung der Linie 3 bis Königsbrunn. Diese Projekte sollen den öffentlichen Nahverkehr stärken. Dreh- und Angelpunkt ist die sogenannte „Mobilitätsdrehscheibe“, an deren baulicher Planung das Ingenieurbüro K+S aus Nürnberg großen Anteil hat. Wichtig im Kontext aller ÖPNV-Maßnahmen ist die Erschließung des Hauptbahnhofs mit einer unterirdischen Straßenbahn-Anbindung.

Das älteste in Betrieb befindliche Bahnhofsgebäude in einer Großstadt der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahr 1846 erhält bis 2023 eine Untertunnelung in zwei Etagen Tiefe; in der unteren dieser beiden Etagen wird die Straßenbahn von Ost und West in eine neue, unterirdische Haltestelle einfahren. Die neue Haltestelle befindet sich damit künftig unter den Fern- und Regionalbahnsteigen der Deutschen Bahn. Das Gelände östlich des Bahnhofs musste dafür mit einem Tunnel versehen werden, der bereits erstellt ist.

Bahnhof von 1864 steht unter Denkmalschutz

Dieses aufwendige Tunnel-Projekt plante K+S gemeinsam mit dem Partner-Unternehmen SSF Ingenieure AG; Bauherren sind die Stadtwerke Augsburg (swa) sowie die Deutsche Bahn AG.

Die besondere Herausforderung dieser Baumaßnahme: Das einfach unterkellerte Empfangsgebäude des Bahnhofs muss unter beengten Verhältnissen wesentlich tiefer gegründet, denkmalgeschützte Bauteile müssen abgefangen und die Bauvorgänge insgesamt so durchgeführt werden, dass am Gebäude keinerlei Schaden entsteht. Mit dem „Düsenstrahl-Verfahren“ wurde zunächst der Erdboden unter dem Empfangsgebäude mit einem Schneidstrahl unter hohem Druck mit Zementsuspension vermischt, um feste Tragstrukturen für die Tiefergründung zu erhalten.

Damit es nur geringe und verträgliche Absenkungen des Bahnhofsgebäudes gibt, musste die komplexe Unterquerung des Empfangsgebäudes in mehreren kleinteiligen Bauabschnitten geschehen. Stützkonstruktionen sicherten dabei nicht nur die Fassade, sondern auch die Wände des Bahnhofs. Eine Herausforderung, die mittels Internet und Monitoring jederzeit online überwacht wurde.

„Fünfter Deckel“ nun fertig

Jeder dieser fünf Teilabschnitte erhält einen „Betondeckel“ mit den neuen Stützkonstruktionen, die zusammen die neue Zugangsebene vom Empfangsgebäude aus bilden. Seit Ende August 2019 ist nunmehr der fünfte Deckel fertiggestellt; im Schutz der Deckel und der Boden-Zement-Säulen können jetzt die unterirdischen Aushubarbeiten unterm Vorplatz beginnen, ausgehend vom bereits fertiggestellten Tunnelabschnitt.

Das ist ein Meilenstein, über den sich K+S-Geschäftsführer Peter Seitz enorm freut. Dem bausensiblen, denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude war, wie auch K+S-Projektleiter Robert Reitberger abschließt, „nichts passiert, was uns natürlich zufriedenstellt und beruhigt.“

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  • Product-ID
    7651
  • Erstellt am
    19.09.2019
  • Geändert am
    27.09.2019