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Nachhaltiges Bauen in Deutschland - Bewertungssystem des Bundes für Büro- und Verwaltungsbauten

Autor(en):
Medium: Fachartikel
Sprache(n): Deutsch
Veröffentlicht in: Stahlbau, , n. 6, v. 79
Seite(n): 407-417
DOI: 10.1002/stab.201001335
Abstrakt:

55 % aller Investitionen werden im Gebäudebereich getätigt. Die Bauwirtschaft trägt in der gesamten Wertschöpfungskette mit 11 % zur Produktion in Deutschland bei und vereint dabei 12 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Die Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft steht in vielfältigen Wechselbeziehungen mit Maßnahmen und Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Hervorzuheben sind insbesondere der Klimaschutz und die Verbesserung der Energieeffizienz, die Verbesserung der Energie- und Rohstoffproduktivität, die Senkung der Flächeninanspruchnahme und die Gestaltung des demografischen Wandels.

Die Bewertung des Beitrages von Einzelbauwerken zu einer nachhaltigen Entwicklung führen zur Forderung der Entwicklung eines Gesamtsystems zur Beschreibung und Beurteilung von Gebäuden einschließlich des Grundstücks. Nachhaltigkeitsbetrachtungen zeichnen sich durch eine Analyse über den gesamten Lebenszyklus und eine umfassende Einbeziehung von ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Aspekten aus. Neben den Energiebilanzen müssen deshalb insbesondere auch die Stoffströme und finanziellen Auswirkungen untersucht werden. Die Entwicklung, Erprobung und Anwendung von Systemen zur Beschreibung, Bewertung und Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Gebäuden ist dabei an eine Reihe von Voraussetzungen gebunden. Insbesondere der Übergang zu einem überwiegend auf quantitativen Bewertungen basierenden Bewertungs- und Zertifizierungssystem stellt eine erhebliche Herausforderung dar.

Das in Deutschland neu entwickelte Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen ist als freiwilliges Marktinstrument zurzeit für Büro- und Verwaltungsgebäude ausgelegt und wurde an derartigen Gebäuden erprobt. Es steht allen Anwendern kostenfrei zur Verfügung und ist im Internet über www.nachhaltigesbauen.de abrufbar. Der Bund plant, es für Bundesgebäude mit dem Leitfaden Nachhaltiges Bauen verbindlich über die Bundesbauverwaltung einzuführen und somit auch Vorbildwirkung zu entfalten.

Das System kann von weiteren Anbietern genutzt werden. Die Erweiterung auf weitere Gebäudekategorien erfolgt durch entsprechende Systemanbieter. Diese können sich ihr System vom BMVBS anerkennen lassen. Bei Gebäuden und baulichen Anlagen, die von erheblichem öffentlichen Interesse sind, werden Bewertungssysteme in Arbeitsgruppen der Träger öffentlicher Belange beim Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) entwickelt und umgesetzt.

Stichwörter:
Klimaschutz Zertifizierung Erfüllungsgrad Ökobaudat Bauwirtschaft Energie
Verfügbar bei: Siehe Verlag
Structurae kann Ihnen derzeit diese Veröffentlichung nicht im Volltext zur Verfügung stellen. Der Volltext ist beim Verlag erhältlich über die DOI: 10.1002/stab.201001335.
  • Über diese
    Datenseite
  • Reference-ID
    10058721
  • Veröffentlicht am:
    17.11.2010
  • Geändert am:
    13.08.2014