• DE
  • EN
  • FR
  • Internationale Datenbank und Galerie für Ingenieurbauwerke

Anzeige

Allgemeine Informationen

Baubeginn: April 2017
Fertigstellung: 15. November 2019
Status: in Nutzung

Bauweise / Bautyp

Konstruktion: Dach:
Fachwerkträger
Funktion / Nutzung: Stadion / Arena
Baustoff: Dach:
Stahlbauwerk / -konstruktion
Gebäude:
Betonbauwerk (Massivbauwerk)

Lage / Ort

Lage: ,
Adresse: Istvánmezei út. 3–5
Teil von:
Koordinaten: 47° 30' 11.10" N    19° 5' 52.45" E
Koordinaten auf einer Karte anzeigen

Technische Daten

Abmessungen

Sitzplätze 67 155
Spielfeld Breite 68 m
Länge 105 m

Baustoffe

Dachfachwerk Stahl
Gebäudekonstruktion Stahlbeton

Auszug aus der Wikipedia

Die Puskás Aréna ist ein Fußballstadion im XIV. Bezirk (Zugló) der ungarischen Hauptstadt Budapest. Es entstand auf dem Grund des Puskás Ferenc Stadions von 1953, benannt nach der ungarischen Fußball-Legende Ferenc Puskás (1927–2006), das 2016 abgerissen wurde. Das neue Nationalstadion mit 67.155 Sitzplätzen beherbergt u. a. die Heimspiele der ungarischen Fußballnationalmannschaft. Die Arena, im Besitz des Fußballverbandes Magyar Labdarúgó Szövetség (MLSZ), ist als Spielort der europaweit stattfindenden Fußball-Europameisterschaft 2021 vorgesehen. Zunächst sollte die Spielstätte ihren alten Namen behalten, wurde aber später in Puskás Aréna umbenannt.

Geschichte

Pläne

Das Puskás Ferenc Stadion war in die Jahre gekommen. Das Fassungsvermögen des Baus, der einst über 100.000 Zuschauer fasste und bis 2001 Népstadion hieß, musste in den letzten Jahren vor dem Abriss aus Sicherheitsgründen bis auf 28.300 abgesenkt werden.

Schon im Oktober 2008 wurden Pläne für ein neues Nationalstadion bekannt. Es sollte 31.200 überdachte Plätze bieten und bei Bedarf um 12.500 Plätze erweiterbar sein. Darin enthalten waren 34 V.I.P.-Boxen, 1200 Business- und 200 V.I.P.-Sitze. Es sollte alle internationalen Vorgaben erfüllen. Die Gesamtkosten sollten bei elf Milliarden HUF (ca. 34,2 Mio. Euro) liegen. Die Ausgaben sollten sich innerhalb von zwanzig Jahren rentieren. Ein Umbau des früheren Népstadion (deutsch Volksstadion) erachtete man zu diesem Zeitpunkt als nicht rentabel. Letztendlich wurden diese Planungen aber nicht umgesetzt.

2011 gab die UEFA bekannt, dass zum 60. Jubiläum der Fußball-Europameisterschaft der Wettbewerb des Jahres 2020 in Stadien verschiedener Länder Europas ausgetragen werden soll. Im Frühjahr 2014 bewarb sich der ungarische Verband MLSZ mit dem zukünftigen Stadion als Spielort der Fußball-Europameisterschaft 2021.

Zuvor wurde am 23. April 2013 vom Politiker László Vigh der Bau eines neuen Nationalstadions mit 65.000 Plätzen verkündet. Der Plan der neuen Fußballarena sah das Stadion im Stadion mit dem Abriss des Puskás Ferenc Stadions, unter Erhaltung der alten Stadionmauern, vor. Der Bau sollte Ende 2014 starten und nach drei Jahren abgeschlossen sein. Die Regierung ging von einem Baupreis pro Platz von 3000 bis 4000 Euro aus, was Gesamtkosten von 60 bis 80 Mrd. HUF (ca. 180 bis 240 Mio. Euro) ergeben hätte. Mit weiteren Investitionen wie u. a. in Parkplätze könnten die Kosten auf 70 bis 90 Mrd. HUF (rund 210 bis 270 Mio. Euro) steigen. Am 31. Juli 2014 stellte das Nemzeti Sportközpontok (deutsch Nationales Sportzentrum) den finalen Entwurf des neuen Stadions vor. Der Architekt ist György Skardelli vom Architekturbüro KÖZTI. Skardelli war auch federführend bei der Gestaltung der benachbarten Mehrzweckhalle Papp László Budapest Sportaréna. Am 19. September 2014 verkündete die UEFA in Person von Präsident Michel Platini in Genf die damals noch 13 Austragungsorte der Fußball-EM 2020. Mit dabei die ungarische Hauptstadt mit der Puskás Aréna. Es sollen drei Gruppenspiele und ein Achtelfinale stattfinden.

Im Mai 2015 meldete die Tageszeitung Nepszabadsag, unter Berufung auf den für das Projekt zuständigen Politiker Balázs Fürjes, dass die Pläne für den Stadionbau vereinfacht werden sollen. Man wolle die enorm gestiegenen Kosten drücken. Die ursprünglich angesetzten 100 Mrd. HUF würden nur zwei Drittel der Kosten abdecken. Das Stadion selbst soll wie geplant gebaut werden. Die weiteren, eingeplanten, Einrichtungen für andere Sportarten, wie die Leichtathletiklaufbahn unter dem Stadiondach, sollen gestrichen werden und der Bau auf die Ausrichtung von Fußballspielen ausgerichtet werden.

Mitte Dezember 2016 meldete die ungarische Website 444.hu, dass die geplante Bauzeit von 32 auf 35 Monate verlängert werden musste. Da das Stadion nach den Regeln der UEFA spätestens sechs Monate vor dem EM-Turnier (Deadline: Dezember 2019) fertig sein muss, würde die Verzögerung die Bauherren in Schwierigkeiten bringen. Es musste noch ein ausführendes Bauunternehmen gefunden werden und die Grundsteinlegung stand auch noch aus. Die ungarische Regierung ging von der Fertigstellung Ende 2019 aus. Im Februar 2017 gab János Lázár, Leiter der Staatskanzlei von Viktor Orbán, bekannt, dass sich die bisher geplanten Kosten von 100 Mrd. HUF (rund 303 Mio. Euro) auf mittlerweile 190 Mrd. HUF (etwa 576 Mio. Euro) fast verdoppelt haben.

Bau

Anfang April 2017 stand der Baubeginn kurz bevor. Am 3. April wurde ein Vertrag mit den Bauunternehmen ZÁÉV Építőipari Zrt. und Magyar Építő Zrt. geschlossen. Das Gesamtbudget im Vertrag wies eine Höhe von 183,35 Mrd. HUF (rund 556 Mio. Euro) auf. 40,5 Mrd. HUF (etwa 123 Mio. Euro) stammen aus dem Haushalt und aus Steuergeldern kommt der größte Teil mit 142,85 Mrd. HUF (ca. 433 Mio. Euro). Fünf Prozent der Summe wurden als Reserve für zusätzliche, ungeplante Ausgaben zurückgestellt. Jeder Tag einer verspäteten Fertigstellung nach der Deadline hätte die Bauunternehmen 142 Mio. HUF (fast 431.000 Euro) gekostet. Ein weiteres Problem griffen die Medien auf. Für den Neubau wurden nur 500 neue Parkplätze eingeplant. Dies ist ein Verhältnis von einem Parkplatz für 134 Besucher. Die Besucher werden gezwungen zu Fuß zu kommen oder den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Der Nationale Sportkomplex ist aber gut an Bus-, Straßenbahn- und Schienenverbindungen, wie den nahegelegenen Budapest Keleti pályaudvar (deutsch Budapester Ostbahnhof), angeschlossen.

Am 29. Juni 2018 wurde von Balázs Fürjes das eintrittsfreie Besucherzentrum im Umfeld des Stadions eröffnet. Mittels 3D- und Virtual-Reality-Technik konnte man einen Blick in die zukünftige Fußballarena werfen. Es befinden sich dort auch einige Erinnerungsstücke von Ferenc Puskás. Im Stadion gibt es ein Fußball-Museum mit Ausstellungsstücken von Puskás und der Goldenen Elf der 1950er Jahre. Die Investitionen kamen komplett aus Ungarn. Es arbeiteten nur einheimische Fachleute von der Planung bis zum Bau an dem Projekt. Insgesamt arbeiteten 10.000 Menschen an dem Projekt.

Mitte Dezember 2018 machte sich eine gemeinsame Delegation der Kommunikationsabteilung des ungarischen Sportjournalistenverbandes (Magyar Sportújságírók Szövetsége, MSÚSZ) und des ungarischen Fußballverbandes (MLSZ) ein Bild vom Bau und der bis dahin ausgeführten Arbeiten. Der Architekt György Skardelli stellte persönlich den Neubau mit den Einrichtungen wie den Umkleidekabinen, dem Foyer, der Pressebar und dem Pressekonferenzraum auf der Westseite vor, die sich gegenüber dem ehemaligen Turmgebäude befinden. Es wurde weitgehend in seiner ursprünglichen Form restauriert. Die Arbeitsbedingungen für die Journalisten gegenüber dem alten Népstadion haben sich enorm verbessert und entsprechen den UEFA-Anforderungen.

Nach einem Besuch der Baustelle im Mai 2019 zeigte sich die UEFA zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten. Im September des Jahres rückte die Fertigstellung näher. Der Rasen war verlegt und die roten Kunststoffsitze auf den Rängen sowie die vier großen Videowände montiert. Der Bau lässt sich außen in verschiedenen Farben beleuchten. So erstrahlte es z. B. in den ungarischen Nationalfarben Grün, Weiß und Rot. Der Innenraum des Stadions mit den drei übereinander angeordneten Zuschauerrängen erinnert an die Allianz Arena in München.

Eröffnung

Das Stadion wurde am 15. November 2019 mit einem Freundschaftsspiel der ungarischen Fußballnationalmannschaft gegen Uruguay eröffnet. Die Partie war gleichzeitig das Abschiedsspiel des früheren Mittelfeldspielers Zoltán Gera (97 Länderspiele und 26 Tore), der gegenwärtig der Trainer der ungarischen U-21-Fußballnationalmannschaft der Männer ist. Am Morgen des 25. Oktober startete der Vorverkauf zu diesem Spiel. Am Nachmittag des Tages waren bereits 25.000 Eintrittskarten verkauft, so der ungarische Fußballverband. Es gingen nur 40.000 Karten in den freien Verkauf, die in wenigen Tagen vergriffen waren. Der MLSZ behielt 28.000 Karten und verteilte sie u. a. an lokale Sportvereine und am Bau beteiligte Firmen. Die Fertigstellung fand im Zeitraum Ende Oktober / Anfang November statt.

Die Ungarn unterlagen bei der Stadionpremiere mit 1:2 gegen die Südamerikaner. Das erste Tor erzielte in der 15. Minute der Stürmer Edinson Cavani. Den Treffer für die Gastgeber markierte der Bundesliga-Profi Ádám Szalai. Das Stadion war mit 67.156 Zuschauern ausverkauft.

Daten

  • Stand: 22. August 2016
  • Das Stadion mit drei Tribünenringen hat eine maximale Kapazität von 67.155 Zuschauern auf Sitzplätzen.
  • Das Spielfeld hat die Maße 105 × 68 m.
  • Es verfügt über 80 Logen (genannt Skyboxes)
  • Es stehen 276 rollstuhlgerechte Plätze zur Verfügung. Zu jedem Platz gibt es auch einen Platz für einen Begleiter.
  • Die vier unter dem Dach aufgehängten Videowände haben jeweils eine Fläche von 112 m².
  • Im Stadion wurden 480 Bildschirme installiert.
  • Das neue Nationalstadion bietet 974 Toiletten, 723 Pissoirs und 714 Waschbecken.
  • In der Puskás Aréna wurden 27 Aufzüge verbaut.
  • Für das Stadion wurden 130.000 m³ Beton, 19.000 t Bewehrungsstahl und 12.000 t Baustahl verbaut.
  • 38 Pylone mit jeweils einer Höhe von 40 m bilden das äußere Korsett. Fast 1600 Pfähle wurden für die Errichtung im Erdboden versenkt.
  • Die Ausmaße betragen 316,50 m in der Länge, die Breite beträgt maximal 261,30 m und am höchsten Punkt ragt das Puskás Ferenc Stadion 50,70 m in die Höhe.
  • Die Grundfläche des Neubaus beträgt 60.703 m². Die Bruttogrundfläche liegt bei 208.010 m²
  • Die stählerne Dachkonstruktion deckt eine Fläche von 57.142 m² ab.
  • Es wurden 556 neue Parkplätze geschaffen.

Text übernommen vom Wikipedia-Artikel "Puskás Aréna" und überarbeitet am 12. Juni 2021 unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0.

Beteiligte

Architektur

Relevante Webseiten

  • Über diese
    Datenseite
  • Structure-ID
    20061446
  • Veröffentlicht am:
    08.09.2011
  • Geändert am:
    14.06.2021